Research Approach

Der wissenschaftliche Ansatz für die Research Agenda basiert hauptsächlich auf dem Design Science Ansatz [1]. Hevner et al. deuten im Rahmen dessen auf die hohe Relevanz des Nutzens und der Eignung  des zu erschaffenden Artefakts im Bezug auf die adressierte Forschungsdomäne hin [2]. Aus diesem Grund werden im Verlauf der Forschungstätigkeit wiederkehrende Validierungszirkel für die entwickelten Konzepte und theoretischen Entwicklungen eingebaut. Jede der Forschungsfragen wird nach ihrer theoretischen Entwicklung in zwei Stufen weiter bearbeitet:

Stufe 1: Die entwickelten Konzepte werden im Rahmen einer prototypischen Umsetzung  an etablierten, in der realen Welt existierenden, ERP-Systemen verifiziert (Testsysteme).

Stufe 2: Die getestete prototypische Umsetzung wird durch die Value-Partner an reellen Unternehmensdaten getestet (Echtsysteme).

Die sechste Forschungsebene wird dazu genutzt, den Ansatz des method engineering  anzuwenden. Nach Brinkkemper stammt das Wort Methode vom Griechischen  “methodos“ ab, was so viel wie “Art und Weise der Untersuchung“ bedeutet [3]. Im Kontext der Systementwicklung definiert er eine Methode als "an approach […] based on a specific way of thinking, consisting of directions and rules, structured in a systematic way in development activities with corresponding development products" [3]. Eine Synopse dieser und anderer Definitionen ist Braum et al. [4] zu entnehmen. Diese definieren eine Methode im Wesentlichen über vier Attribute: zielorientiert, systematisch strukturiert, Prinzipien basiert und intersubjektiv wiederholbar.  Method Engineering (ME) ist ein Ansatz, welcher dem Forschungsgebiet der Informationssysteme vor dem Hintergrund der Erkenntnis entsprungen ist, dass nicht eine allumfassende Methode für alle Problemfragestellungen existiert [5].  Basierend auf dieser Feststellung kann ME als eine Art Ingenieursdisziplin begriffen werden, welche sich auf das systematische Design, die Erstellung und die Adaption von Methoden für unterschiedliche Vorhaben festgelegt hat. Eine Methode wird hier nicht als eine aus einzelnen Bausteinen bestehendes Verfahren verstanden sondern vielmehr als eine Reihe disparater Fragmente  [6].

Literatur:


[1] March, S. T. Smith, G. F. (1995) Design and natural science research on information technology, Decision Support Systems, Issue 4, Volume 15, pp. 251 – 266

[2] Hevner, A. R. March, S. T. Park, J. et al. (2004) Design Science in Information Systems Research, MIS Quarterly 28, 1, pp. 75– 105

[3] Brinkkemper, S. (1996) Method engineering: engineering of information systems development methods and tools, Information and Software Technology, No. 38, 1996, pp. 275-280

[4] Braun, C. Wortmann, F. Hafner, M. Winter, R. (2005) Method Construction A Core Approach to Organizational Engineering, in Haddad, H. M. Liebrock, L. M. Omicini, A. Wainwright, R. L. (Eds.), The 20th ACM Symposium on Applied Computing (SAC2005), Santa Fe, New Mexico USA, pp. 1295-1299

[5] Hofstede A. H. M., Verhoef T. F. (1997) On the feasibility of situational method engineering, Information Systems, Vol. 22, No. 6, pp. 401-422

[6] Henderson-Sellers, B. Gonzalez-Perez, C. Serour, M.K. Firesmith, D. G. (2005) Method engineering and COTS evaluation, ACM SIGSOFT Software Engineering Notes, Vol. 30, No. 4